Was ist ein Oracle? Chainlink und Band erklärt

Mai 13, 2022
5 min.
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Oracles
Wichtigste Erkenntnisse:
— Oracles sind Dienste, die dazu genutzt werden, auf sichere Weise verlässliche Daten aus der realen Welt für Smart Contracts bereitzustellen.
— Chainlink und Band Protocol, beide 2017 gegründet, sind die zwei bekanntesten Blockchain-basierten Oracle-Anbieter.
— Oracle-Informationen werden derzeit bei einem riesigen Spektrum von Anwendungen genutzt, von denen viele hervorragend für die Nische des dezentralen Finanzwesens (DeFi) geeignet sind.

Was kommt Ihnen in den Sinn, wenn Sie an das Wort „Oracle“ denken? Ein in Seide gehüllter Wahrsager aus der Antike, der den Königen und Königinnen von einst mit Rat zur Seite steht? Oder vielleicht einfach eine Person, die große Weisheit zu teilen hat?

Wenn es um Kryptowährungen und Blockchains geht, sind diese Beschreibungen nicht zu weit von der Realität entfernt, wenn auch etwas weniger dramatisch.

Was genau sind also Oracles?

Im Wesentlichen handelt es sich bei Oracles um eine neue Art von Technologie, die in der Lage ist, Informationen aus einer Datenquelle aufzunehmen und sicher an einen oder mehrere Smart Contracts weiterzuleiten – ein origineller Begriff zur Beschreibung digitaler Verträge, die die als Code programmierten Vertragsbedingungen automatisch ausführen.

Bei den Daten und ihrer Quelle kann es sich um praktisch alles handeln, was von Interesse ist, beispielsweise den Preis bestimmter Güter oder Waren, Temperaturdaten von einem Wettersensor, Wahlergebnisse und vieles mehr. Die Smart Contracts, die diese Daten anfordern und empfangen, können sie dann zur Ausführung ihrer Funktion verwenden.

Rechte: researchgate.net

Diese Oracles bieten Blockchains zum ersten Mal eine Möglichkeit zur Kommunikation mit der realen Welt und ermöglichen eine große Bandbreite neuer Anwendungen, da Smart Contracts nun mit Daten aus der realen Welt arbeiten können. Zuvor waren sie hinsichtlich der Informationen, auf die sie zugreifen und die sie nutzen konnten, stark eingeschränkt.

Andersherum funktioniert das ebenso. Oracles können auch Informationen aus einer Blockchain wie Ethereum übernehmen und sicher an externe Anwendungen übermitteln, sodass Personen und Unternehmen bei Bedarf sicher und zuverlässig auf Blockchain-Daten zugreifen können.

Zwei Oracles: Chainlink & Band

Chainlink erkannte den Bedarf an verlässlichen Datenein- und -ausgaben für Smart Contracts und war das erste bedeutende Oracle-Netzwerk, das gestartet wurde. Zudem ist es die mit Abstand meistgenutzte Oracle-Plattform, wobei Chainlink-Oracles mittlerweile von Hunderten von Projekten genutzt werden.

Doch Chainlink ist nicht der einzige, der dabei helfen möchte, Blockchains Brücken zur realen Welt über Oracles zu bauen. Band Protocol, der zweitgrößte Akteur im Bereich der dezentralisierten Oracles, wurde ebenfalls 2017 gegründet, brachte aber erst im September 2019 die Version 1.0 seiner Oracle-Datenplattform heraus.

Obwohl Chainlink einen Vorsprung hatte, ist Band Protocol ebenfalls sehr erfolgreich.

Wie Chainlink strebt auch Band Protokoll an, mithilfe von Oracles qualitativ hochwertige, fälschungssichere Daten für Smart Contracts zu liefern. Wenn die Daten letzten Endes nicht zuverlässig oder genau sind, sind sie wahrscheinlich für niemanden von großem Nutzen. Band Protocol positioniert seine Oracles als günstiger, schneller und nutzerfreundlicher als die von Chainlink.

Ein wesentlicher Unterschied zwischen den beiden ist, dass Chainlink auf der Ethereum-Blockchain aufgebaut ist, während Band Protocol zwar ursprünglich auf Ethereum basierte, aber kürzlich zu Cosmos übertragen wurde. Andere Blockchains haben andere Funktionen, und Cosmos hilft Band Protocol, die Kosten für das Senden und Empfangen von Daten niedrig zu halten.

In jedem Fall wird die Integrität von Daten, die an ein Oracle übermittelt werden, immer überprüft, bevor sie an Smart Contracts weitergegeben werden. Dies ist ein notwendiger Schritt, da Smart Contracts häufig für die Verwaltung großer Summen von Kryptowährungen zuständig sind und für eine ordnungsgemäße Funktionsweise verlässliche Daten benötigen.
Sowohl für Chainlink als auch für Band Protocol kann der Betrieb eines Oracles oder die Tätigkeit als Datenanbieter ein lukratives Geschäft sein, da sie für die Erbringung ihrer Dienste LINK bzw. BAND verdienen. Diese Token haben einen Wert und lassen sich leicht gegen andere Kryptowährungen und normales Bargeld tauschen.

Wie Oracle heutzutage genutzt werden

Schauen wir uns ein kurzes Beispiel an, um zu verstehen, wie Oracle und Smart Contracts in einem realen Szenario zusammen funktionieren könnten.

Angenommen, Alex und Maria wollen darum wetten, wie hoch der Preis des Bitcoin (BTC) von jetzt an gerechnet in fünf Jahren sein wird. Alex ist bei Bitcoin bullish eingestellt und glaubt, dass der Bitcoin bis zum vereinbarten Termin auf über 100.000 USD steigen wird. Maria ist dagegen bearish eingestellt und der Ansicht, der Bitcoin werde stattdessen unter 20.000 USD fallen.

Die Beiden vereinbaren, einen Wetteinsatz von jeweils 1.000 USD auf das Ergebnis zu setzen, und wer am nächsten dran ist, gewinnt den Pott. Sie legen die Bedingungen ihrer Vereinbarung in dem Smart Contract fest und hinterlegen ihren Wetteinsatz. Ohne Oracle wäre der Smart Contract nicht in der Lage, den Bitcoin-Kurs zum angegebenen Termin zu ermitteln.

Wenn er jedoch mit einem Oracle verbunden ist, kann der Smart Contract bei Bedarf einfach das Oracle befragen und Informationen zum Preis von Bitcoin aus einer seriösen Quelle erhalten. Auf der Grundlage dieser Daten könnte er dann die Wette abwickeln und das Geld automatisch an den Gewinner überweisen.

Anders ausgedrückt, Oracles sind wie die Kellner in einem Restaurant. Sie sind wichtige Vermittler zwischen den Kunden (den Smart Contracts) und den Köchen (den Datenanbietern). Ohne die Kellner können die Kunden nicht so einfach mit den Köchen kommunizieren und umgekehrt. In einer perfekten Welt würden Kunden nur mit den Kellnern Geschäfte tätigen, die sich für die besten Köche entscheiden.

Chainlink & Band: Welche Aufgaben haben sie?

Je nach Ihrer Erfahrung mit dezentralisierten Anwendungen – im Wesentlichen Programme, die auf einer Blockchain laufen – haben Sie die Vorzüge von Oracles vielleicht schon aus erster Hand erlebt. Im Augenblick werden sie dazu verwendet, ein breites Angebot von Diensten zu ermöglichen. Zu den beliebtesten zählen:

  • Dezentrales Finanzwesen (DeFi): Hierbei handelt es sich um ein neues Angebot von dezentralisierten Finanzprodukten, mit denen Dienstleistungen angeboten werden, die mit denen von herkömmlichen Finanzinstituten vergleichbar sind, beispielsweise Versicherungen, Handelsdienstleistungen und Kreditvergabe.
  • Kursversorgung: Einige Oracles werden zur Bereitstellung verlässlicher Kursdaten genutzt. Damit können Smart Contracts leicht die Kurse eines Vermögenswerts abfragen, um die Wechselkurse für reguläre Währungen, Rohstoffe, Aktien, Kryptowährungen und Ähnliches zu berechnen.
  • Synthetische Werte: Synthetische Werte sind Kryptowährungstoken, die einen anderen Vermögenswert, wie eine Aktie oder einen Rohstoff, repräsentieren. Um sicherzustellen, dass ihr Wert dem des zugrunde liegenden Vermögenswerts genau entspricht, sind Oracles erforderlich.

Auf einige davon wird im aktuellen Bericht von Chainlink ausführlich eingegangen.. Doch seien Sie gewarnt, es wird ein wenig technisch.

Oracles entwickeln sich schnell zu einem technologischen Grundbaustein für die Blockchain-Industrie. Die Chancen stehen somit gut, dass wir erst an der Oberfläche kratzen, wenn es darum geht, ihr wahres Potenzial und ihren Nutzen zu erkennen.

Wissen ist Macht – also lernen Sie weiter! Wenn Sie sich gerne mit Kryptowährungen und Blockchain beschäftigen, schauen Sie sich unser School of Block Video an Einführung in Web 3 für Einsteiger.


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