Was ist Infura?

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Wichtigste Erkenntnisse:
– Ethereum ist die weltweit beliebteste Blockchain, die vom Großteil der Entwickler verwendet wird, um ihre Blockchain-basierten Anwendungen zur globalen Nutzung bereitzustellen.

– Um ihre dezentralisierten Anwendungen (dApps) jedoch mit der Ethereum-Blockchain zu verbinden, müssen Entwickler einen Datenknoten (Node) betreiben – ein schwieriges und kostspieliges Unterfangen.

– Infura ist ein Node-Anbieter, mit dessen Hilfe sich Entwickler in die Ethereum-Blockchain über Nodes „einklinken“ können, die von Infura selbst verwaltet werden. Damit sparen Entwickler Zeit, Geld und Arbeit.

– Damit wurde zwar die Entwicklung des Systems vorangetrieben, es hat jedoch auch gravierende Auswirkungen auf den Charakter des Systems als Ganzes. Im Folgenden gehen wir der Frage nach, was Infura ist, und untersuchen, wie es sich auf das Web 3.0 auswirkt.

Haben Sie sich jemals gefragt, was sich hinter Web 3.0 verbirgt? Es ist wichtig, sich damit zu befassen! Hier beantworten wir die Frage, was Infura ist, und geben Ihnen einige wichtige Einblicke in den gegenwärtigen Zustand des Web 3.0 – und wie dessen Zukunft aussehen kann.

Das entscheidende Merkmal des Web 3.0 ist die Dezentralisierung. In einem System ohne zentrale Instanz mit der Macht zur Beeinflussung des Systems haben Nutzer wie Sie und ich die Zügel wieder selbst in der Hand – mit stärkerer Kontrolle über unsere Daten, unseren Zugang und unser Recht auf freie Meinungsäußerung.

Erreicht wird dies im Web 3.0 dadurch, dass sein Ökosystem auf der Blockchain aufbaut – ein Netzwerk, in dem die Kontrolle vollständig dezentralisiert ist. Es ist unmöglich, ein Blockchain-Netzwerk zu schließen, zu manipulieren oder zu zensieren, und diese Resilienz legt das Fundament für Tausende dezentralisierter Anwendungen, die vielleicht auch Sie bereits nutzen: DeFi, NFT-Marktplätze und Browser-Erweiterungen, um nur einige bekannte Beispiele zu nennen.

Da diese alle auf der Blockchain aufbauen, sollte Web 3.0 eigentlich ein perfekt funktionierendes Ökosystem sein, bei dem die dApps „immer online“ sind, oder?

Dezentralisierte Anwendungen, zentralisiertes System

Nicht ganz. Selbst in unserer dezentralisierten Web 3.0-Utopie bedarf es nach wie vor mehr als einer Blockchain, um dApps nutzen zu können. Damit spielen wir natürlich auf Infura an.

In diesem Artikel befassen wir uns näher mit dem „Leitstern“ des Web 3.0. Was ist Infura, warum spielt Infura im Ethereum-Ökosystem eine so wichtige Rolle und wie wirkt sich diese auf die zentrale Mission und die Zukunft des Web 3.0 aus?

Los geht’s!

Das Wichtigste zuerst: Was ist Infura?

Die Blockchain in ihrer reinen Form ist ein System, das die Übertragung von Werten ermöglicht und dabei nahezu unerschöpfliche Einsatzmöglichkeiten eröffnet. Die meisten von uns mussten jedoch irgendwann Transaktionen durchführen, für die das einfache Senden und Empfangen nicht mehr ausreichte – wir mussten die Transaktionsausführung von bestimmten Bedingungen abhängig machen können. Im Jahr 2015 rief Ethereum daher die Smart Contracts ins Leben – sich selbst ausführende Verträge, die auf Blockchain-Transaktionen angewendet werden können. Damit wandelte sich Ethereum zu einer Blockchain, die für jeden Anwendungsfall programmiert werden konnte, der einen Wert beinhaltet.

Nachdem die Ethereum-Blockchain nun in der Lage war, Werte zu übertragen Hinzu kommt: und komplexe Interaktionen über ihre Smart Contracts zu unterstützen, wurde das Netzwerk zum Zentrum einer florierenden Web 3.0-Welt: Die Blockchain konnte von Entwicklern genutzt werden, um ihre Anwendungen in der Infrastruktur des Hauptbuchs zu erstellen. In der Folge etablierte sich ausgehend von Ethereum in kurzer Zeit ein komplettes Ökosystem aus DeFi, Anwendungsplattformen und NFT-Börsen.

Doch trotz seiner Einsatzmöglichkeiten ist es für Entwickler mitunter nicht leicht, die Ethereum-Blockchain als Entwicklungsumgebung zu nutzen: Für die Interaktion mit den Smart Contracts ist der Betrieb besonderer Nodes (Software) erforderlich, was kostspielig, zeitaufwändig und in der Aufrechterhaltung schwierig sein kann.

Infuras „Nodes-as-a-Service“

Die Lösung? Warum lagert man diesen Teil nicht aus, damit sich Entwickler voll und ganz auf ihr Projekt konzentrieren können – indem man einen Dritten bezahlt, der sich um den Node kümmert? Infura macht genau das!

Infura soll Entwicklern das Leben leichter machen. Anstatt ihren eigenen Node aufzusetzen und zu betreiben, um ihre Anwendung auf Ethereum bereitzustellen, können Entwickler einfach den „Nodes-as-a-Service“ von Infura in Anspruch nehmen, um diese Arbeit auszulagern. Das Ganze hat einige entscheidende Vorteile für das sich entwickelnde Web 3.0-Universum mit sich gebracht.

Förderung der Innovation von Web 3.0-Entwicklern

Durch Übernahme der komplexen Node-Prozesse fördert Infura die Innovation von Entwicklern, die nun durch leichten Zugang zum vollen Spektrum der Einsatzmöglichkeiten von Ethereum ihre eigenen Projekte auf den Web 3.0-Markt bringen können.

Vielfältiges Einsatzspektrum für Nutzer

Von Infura profitieren nicht nur die Entwickler, sondern auch die Nutzer des Web 3.0: Mit dem nun optimierten Bereitstellungsprozess kann ein breites Spektrum dezentralisierter Anwendungen in den Markt eingeführt werden, wodurch sich für Nutzer vielfältige Optionen und Möglichkeiten eröffnen.

Turbo für das Ethereum-Ökosystem

Und nicht zuletzt trug Infura neben den Vorteilen für die am Web 3.0 beteiligten Menschen auch dazu bei, dass sich das System selbst weiterentwickelte. Das System machte Projekte skalierbar, was wiederum die Erweiterung und Weiterentwicklung des gesamten Systems nach sich zog – und das mit einer aus anderen Bereichen nicht gekannten Geschwindigkeit. Das Tempo dieser Entwicklung zählt zu den faszinierenden Aspekten des Web 3.0, zu denen Infura jeweils seinen Teil beigetragen hat.

Probleme mit Infura: Comeback der Zentralisierung?

Das alles klingt großartig, nicht wahr? Es hat jedoch seinen Preis. Kehren wir noch einmal zu unserer eingangs getroffenen Aussage zurück.

Dezentralisierung ist das Grundprinzip des Web 3.0: Alle Plattformen oder Systeme mit einer zentralen Instanz führen zu einem massiven Machtungleichgewicht, in dem diese einzelne Instanz als „Aus-Schalter“ des ganzen Systems auftreten kann. Und wenn so viele dApps auf Infura als ihren Node-Anbieter setzen, dann werden Probleme mit Infura zu Problemen für das gesamte System.

Ausfälle

Dies lässt sich leicht an einigen Beispielen der jüngsten Zeit beobachten, in denen Ausfälle von Infura zu Ausfällen großer Teile des Ethereum-dApps-Ökosystems führten.

Einige Plattformen wie Binance und MetaMask (genau, die Großen der Branche!) mussten sogar Funktionen aussetzen, die Ethereum- oder Ethereum-basierte Token verwendeten – womit Sie die Kontrolle über Ihr Kryptoguthaben nur noch eingeschränkt wahrnehmen konnten, wenn Sie eine dieser Plattformen als Wallet verwendeten.

Zensur

Als zentralisierter Service kann Infura auch der Nachverfolgung durch Regierungen oder Dritte ausgesetzt sein, und es kann eine Zensur von Aktivitäten stattfinden. Dies widerspricht dem Grundverständnis eines dezentralisierten Universums und führt die Einzigartigkeit des Web 3.0 ad absurdum.

Kurz gesagt: Mit seiner Bereitstellung eines Node-Services berührt Infura einen wunden Punkt von Web 3.0-Entwicklern; auch stand Infura unbeabsichtigt im Zentrum von Ausfällen des Ökosystems, auch wenn die Anwendungen selbst dezentralisiert waren.

Die Zukunft der Web 3.0-Infrastruktur

Wenn Web 3.0 in Zukunft vollständig dezentralisiert sein soll, dann wird es im nächsten Schritt darum gehen, sich ernsthaft Gedanken darüber zu machen, wie das System resilienter und autonomer sowie weniger anfällig für einzelne Fehlerpunkte (Single Points of Failure) werden kann.

Dies könnte beispielsweise bedeuten, dass jedes Projekt seinen eigenen Ethereum-Node betreibt. Damit dies Realität wird, muss die künftige Infrastruktur den Einrichtungsprozess eines Nodes für Entwickler beschleunigen, vereinfachen und kostengünstiger machen, ohne auf einen zentralisierten Serviceanbieter zurückgreifen zu müssen.

Wissen ist Macht

Wie auch immer die Zukunft aussieht: Infura ist ein enorm wichtiger Akteur im Blockchain-Universum und ein wesentlicher Wegbereiter für die kommende Generation des Internets. Während sich das System weiterentwickelt, sollten wir uns als Nutzer bestmöglich wappnen, indem wir uns umfassend über die genaue Funktionsweise des Systems informieren – dies bedeutet, über Plattformen und Services hinaus und in das Herz des Systems als Ganzes hinein zu blicken, wo die Zusammenhänge häufig nicht so klar sind.

Haben Sie Vertrauen in sich und nutzen Sie die Zeit, um sich weiteres Wissen anzueignen – Web 3.0 nimmt rasch Gestalt an, und mithilfe der Ledger Academy sind Sie dabei immer aktuell informiert!

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